Was ist besser als ein Buddipole?

Was ist besser als ein Buddipole? ZWEI Buddipoles!

Frei nach diesem Motto musste ich einfach Zuschlagen, als ich nach einem Ersatzteil für meinen neuen Buddipole suchte und auf Ebay einen kompletten Buddipole, einen Alumast (2,4m), einen PaintersPole Adapter und einen Counterpoise Wire Adapter für 229€ sah. 3…2…1…meins, als einziger Bieter, erhielt ich den Zuschlag und kurz darauf meinen Zweiten Buddipole.

Neu ist nicht gleich Alt.

Wie mein Analaysis Professor einmal in anderem Kontext sagte: „Das sieht aus wie eine Tautologie, ist auch eine, aber eine sehr Wichtige!“ Gerade beim Buddipole zeigt sich das sehr gut: Im Laufe der Zeit hat Buddipole (die Firma) nicht nur den Durchmesser des portablen Alumasts geändert, sondern auch den Durchmesser der Mini-Bananenstecker die das Koax-Kabel mit den Antennenelementen und die Spulenabgriffe miteinander verbindet. Die neuen Masten sind etwas dicker als die Alten (wichtig beim Kauf einer Dreibeins) und auch die neuen Mini-Bananenstecker sind etwas dicker als die Alten. Ich habe daher den zweiten Buddipole „nur ausgeschlachtet“. Ich verwende das komplette Set mit den neuen Teilen und die Arme und Spuhlen des alten Sets. Die Übebrückungsleitungen an den Spulen habe ich entfernt, damit ich nicht ausversehen neue Stecker in alte Buchsen quetsche und die Stecker so verbiege. Wenn ich tatsächlich zwei Spulen auf einer Seite der Antenne brauche, dann muss eine davon sowieso „ganz“ genutzt werden. Also ist es für mich sogar ein Gewinn in Sachen Gewicht und Handling wenn die Strippen und Abgriffklemmen weg sind.

Und wie geht das jetzt?

Für diesen etwas längeren Buddipole gibt es keine Anleitung vom Hersteller, daher habe ich mich mit dem Antennenanalyzer unsers OV bewaffnet und die Antenne vermessen:

Als symmterische Antenne aufgebaut bestand jeder Arm aus einer der Standard Teleskopstangen, zwei der Standardarme und einer eventuellen Spule. Auf dem Bild seht ihr den Aufbau mit jeweils einer Spule pro Arm. Um die Antenne und den Schockcord Mast so aufzubauen wie ihr es auf dem Foto seht, brauche ich im Moment etwa 20 Minuten. Ganz ohne Spule ist die Antenne auf 25,650MHz resonant (SWR 1:1.5) und lässt sich also für alle Bänder mit höherer Frequenz durch Kürzen abstimmen. Mit einer vollen Spule (kein Abgriff) zwischen den Armen und dem Teleskop, ist die Antenne mit einem SWR-Minimum von 1:2 auf 6,59MHz „resonant“.

Der Buddipole umgeht das „Problem“, dass er – gemessen an der entsprechenden Wellenlänge – in den meißten Fällen relativ dicht über dem Boden ist, indem er ein wenig asymmetrisch eingestellt wird (z.B. unterschiedliche Teleskoplängen und Spulenabgriffe) also als „OffCentreFed“ Dipol funktioniert.

Mit nur einer Spule pro Seite lässt sich der Buddipole mit den zusätzlichen Armen also wie die Standardausführung auch von 40m bis 2m nutzen, aber mit einer etwas höheren Effizienz (die Antenne ist länger und damit die Spulen „kürzer“). Was passiert, wenn pro Seite zwei Spulen eingebaut werden? Diese Frage gedenke ich demnächst zu beantworten.

 

2 comments for “Was ist besser als ein Buddipole?

  1. Walter Bühler
    9. April 2020 at 21:47

    Guten Tag,
    ich habe etwas Probleme mit der Abstimmung meines Buddipol. Wie verändere ich den roten Teil und den schwarzen Teil? Also zuerst die schwarze Seite verkleinern dann die Rote Seite u.s.w.? Ist es möglich, dass ich den Buddipol zwischen den Häusern schlecht abstimmen kann?
    Besten Dank für das Feedback und 73
    Walter HB9BWA

    • 29. April 2020 at 8:15

      Hallo Walter,

      Wenn du Zeit und Lust hast können wir uns da gerne mal Detailiert unterhalten, bist du zufällig mit Digitalfunk ausgestattet? DMR oder C4FM? Das wäre eine richtig coole Chance das über AFU Mittel zu machen.
      Ansonsten:
      Bei mir war der Buddipole auf Bändern um die 20m immer sehr „gutmütig“, wenn man sich an die vorgegebene Tabelle gehalten hat. Hast du die Tabelle? Wenn Nein, bekommst du Sie gerne von mir! Wenn das SWR dann trotz Tabelle (und ohne sich selbst zu überlisten siehe >hier< ) nicht brauchbar ist, empfehle ich folgendes:
      Variante A) Du hast einen Antennenanalyzer, dann kannst du damit die Resonanzfrequenz finden und sie durch symmetrisches kürzen (also rechts und links immer um die gleiche Länge, Vorsicht: Der Buddipole ist ein Off-Center-fed-Dipole, daher ist die Absolute Länge der beiden Seiten unterschiedlich) oder eben verlängern verschieben. Verschiebt man beide Seiten immer um den gleichen Wert (Wenige cm reichen zu Beginn) erhält man das Verhältnis der Seiten grob und damit die Vorteile, die damit verbunden sind.
      Variante B) Du hast „nur“ einen TRX mit SWR Meter: Miss nun das SWR an der Ober und der Untergrenze des Bandbereichs, den du nutzen möchtest. Ist das SWR an der unteren Bandgrenze besser (also kleiner) dann musst du den Buddipole etwas verkürzen (wie in Variante A beschrieben). Ist das SWR an der oberen Bandgrenze besser (also kleiner), dann musst du den Buddipole auf die gleiche Weise etwas verlängern. Jetzt misst du wieder das SWR an den Bandgrenzen und beginnst von vorne, bis das SWR in etwa gleich ist an beiden Seiten. Da die SWR Kurve um die Resonanzfrequenz in etwa symmetrisch ist, sollte damit die Resonanz am Ende in etwa in der Mitte des gewählten Bandbereiches liegen.
      Ein paar Tipps:
      1. Wenn das SWR an beiden Bandgrenzen sehr hoch ist, miss mal in der Mitte, ist das SWR hier nicht deutlich niedriger, dann bist du mit deiner Resonanz ein ganzes Stück raus aus deinem Band, und kannst vllt etwas beherzter verlängern bzw. verkürzen. Ist das SWR in der Mitte aber deutlich niedriger, kann das ein Zeichen sein, dass der Buddipole hier zu schmalbanding ist, um das ganze Band abzudecken (40m z.B.), dann solltest du dir vor dem Abstimmen überlegen, wo du arbeiten willst und die Bandgrenzen etwas näher zusammen schieben.
      2. Wenn du Ideen suchst, was man mit diesem „Legokasten“ alles machen kann, oder WIE man etwas macht, such mal nach „Buddipole in the Field“ ein tolles PDF mit Tipps und Praxis rund um diese Antenne.
      3. Wenn eines der Teleskope an seine Grenzen kommt, nutze die Spuhlen und versetze die Abgriffe entsprechend um damit die Antenne zu verlängern oder zu verkürzen.

      Ich hoffe ich konnte dir Weiterhelfen.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Konrad DJ6KR

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