Noch eine Kiste - Diesmal für APRS - CQ-Jena

Noch eine Kiste – Diesmal für APRS

Ich mag Kisten. Besonders wenn Funkgeräte darin sind. Zum Beispiel diese >hier<. Und ich mag >APRS<. Was also läge näher als APRS in eine Kiste zu packen? So weit so gut, aber was denn jetzt? Einen Digipeater? Eine Heimstation? Ein TX-IGate? Ein RX-IGate? Eine Portabel Station? Die Antwort ist: Ja! Das einzige was vorerst nicht hinein kommt ist ein GPS -Empfänger. Warum? Nun, ich habe genug Funkgeräte mit GPS Empfänger um meine eigenen Baken ins APRS-Netz zu speisen. Außerdem glaube ich, dass APRS viel mehr ist, als nur ein Positionsmeldesystem. Also will ich gerne eine Station haben, die mir einen vollen Zugang zum InformationsNetz für Amateurfunker um mich herum ermöglicht. Außerdem will ich selbst zu diesem Netz, seiner Stabilität und seinen Inhalten beitragen. Also muss meine Station nicht nur Baken empfangen, und meine eigenen Inforamtionen aussenden, sondern sie muss auch Informationen weiterleiten können; zum einen ins Internet, aber viel wichtiger noch in das HF-Netz.

Was kommt also physisch in die Kiste? Ein 2m FM-Funkgerät (Ein Sommerkamp TS-277DX auf 144,800MHz), ein Raspberry Pi 3 und ein Interface zwischen den beiden. Das Interface habe ich von Radio Arena in Großbritannien. Ein solches Interface habe ich auch für meine APRS-Heimstation und meine diversen Yaesu Funkgeräte.

Im Prinzip besteht es aus zwei Audio-Übertragern, die die Töne zwischen Funkgerät und Computer austauschen, und einem USB-Seriell-Wandler, sodass man am PC über einen COM-Port die PTT drücken lassen kann. Die PTT ist über einen Optokoppler im Interface entkoppelt und eine recht helle rote LED zeigt, wenn die PTT ausgelöst ist. Das Interface hat nur zwei 3,5mm Klinkenstecker auf der Computer-Seite, also muss der Raspberry Pi 3 noch eine USB-Soundkarte erhalten.

Die Soundkarte ist kaum größer als der USB-Seriell-Wandler und passt zusammen mit diesem an den Raspberry Pi 3. Die ausreichende Menge an USB Schnittstellen und die Tatsache, dass der Raspberry Pi 3 schon einen WLAN-Chip enthält, hat mich dazu bewogen mir diesen neuen Minicomputer zu kaufen, und nicht meinen alten Model 1 B zu nutzen. Auf dem Raspberry Pi läuft >direwolf<. Mehr zur Software findet ihr im entsprechenden Artikel. Bei Interesse an meinen Config-Files oder ähnlichem, wendet euch gerne an mich.

Ein Problem mit dem Ursprünglichen Interface ist die Art der PTT Schaltung beim Sommerkamp TS-277DX. Sobald das Mikrofon mit Masse Verbunden ist, wird auf Senden umgeschaltet. Da der Übertrager immer diese Verbindung zu Masse zuläst, steht das Funkgerät immer auf Senden. Die Lösung, die ich mit Malte DL1MY ausgearbeitet habe, ist die folgende.

Ein Kondensator (22nF) in Reihe mit dem Übertrager blockiert den DC-Anteil des Stroms in der Mikrofonleitung und lässt lediglich den Wechselstrom des Audiosignals durch. Parallel zum Übertrager ist die Mikrofonleitung mit dem PTT Port verbunden. So kann die PTT immernoch über den Optokoppler getastet werden.

Es fehlt nurnoch der Strom, die Antenne und vllt ein kleiner (An,Aus)-Schalter. Für den Strom kommen nun meißt 12V über Powerpoles. Also braucht es noch einen 12V auf 5V Wandler mit microUSB-Anschluss. Das fertige Produkt mit einem solchen Schalter und einer BNC-Durchführung für die Antenne steht nun auf meinem Schreibtisch / Basteltisch / Durcheinander. Die Kiste selbst ist übrigens eine einfach Abzweigdose aus dem Baumarkt.

Leider zieht diese Kiste nach wenigen Minuten Betrieb plötzlich 10A und mehr. Normalerweise sind es wenige mA. Ich muss also noch herausfinden, was das Problem ist. Danach kann ich die Kiste ausgiebig testen.

Ich habe nun herausgefunden, dass es sich bei obigen Beobachtungen um ein Messartefakt durch Einstrahlung in das Messgerät handelt. Ich bin also dabei die Kiste als meine APRS Station für zu hause zu nutzen und bisher sehr zufrieden damit!

Übrigens, ich hatte ursprünglich ein altes Bosch KF Chip S als TRX vorgesehen. Da gibt es keine Probleme mit der PTT, aber die Audio-Signale sind so schlecht, dass Empfang und Senden der APRS Pakete nur sehr schlecht funktionieren.

 

1 comment for “Noch eine Kiste – Diesmal für APRS

  1. der Mischa
    4. August 2017 at 9:38

    Hi Konrad,
    Prima Webseite,habe ich gerade über db0ins entdeckt.
    Grüße von Mischa aus Schmira

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