Duoband Fensterquad-Antenne nach DC4FS

Für den lokalen Betrieb in und um Jena und zur Arbeit auf den regionalen Relais braucht man meist 2m oder 70cm-Geräte. Natürlich empfielt es sich, auch eine passende Antenne dazu zu benutzen – das Relais DB0JNA ist zwar so nah bei mir dass ein nasser Schnürsenkel als Antenne reichen sollte, aber natürlich ist eine ordentliche Antenne auch auf den höherfrequenten Bändern von Vorteil.

Jeder Funkamateur kennt das Problem, dass man (a) nicht die Nachbarn mit einer großen Antenne beunruhigen will aber natürlich (b) möglichst zufriedenstellend funken will. Die letzten Monate hatte ich deshalb eine geliehene (danke, Andreas) LHKA im Zimmer hängen. Das hat für die Relais gut ausgereicht, war aber nie das gelbe vom Ei – Direktkontakte waren schon innerhalb von Jena schwierig, über weitere Entfernengen war kaum zu reden. Ich gehe davon aus dass das in erster Linie daran liegt, dass ein großer Teil der LHKA im Zimmer von den Stahlbetonwänden gut abgeschirmt wurde, da die Antenne an sich wirklich nicht schlecht ist.

Während der Suche nach Alternativen bin ich dann über die Bauanleitung zu einer Fensterquadantenne von Rüdiger (DC4FS) gestolpert. Diese Antenne ist resonant auf beiden Bändern, klein und handlich, und zur Lagerung oder Reise zusammenfaltbar. Wichtiger noch: Sie passt in das Fenster, so dass sie den größten Teil ihrer Abstrahlung wohl auch durch dieses nach außen bringen sollte, und ist außerdem relativ leicht zu bauen. Die Materialkosten sind dabei minimal. Benötigt werden eigentlich nur eine einfache Säge um Aluschienen zu zerteilen, eine Ständerbohrmaschine (im Notfall: ein Akkuschrauber) sowie ein Gewindeschneider (Gibts für wenig Geld bei Amazon – nichts für die Ewigkeit, aber für dieses Projekt sicher ausreichend). Das Material beschränkt sich auf Aluschienen und einige Schrauben und Muttern, die jeder Baumarkt verkauft. Wenn man dann in der Bastelkiste noch eine SO-Buchse oder einen BNC-Anschluss findet, kann es losgehen.

Hinweis: Das Bild mit den einzelnen Alu-Teilen auf der Seite von Rüdiger kann man anklicken, dann kann man alle Maße der einzelnen Komponenten gut erkennen!

Nachdem ich diese Anleitung schon einige Wochen in meiner Todo-Liste hatte, habe ich mich nun endlich dazu durchgerungen den Bau zu beginnen. Dabei habe ich zwei kleine Anpassungen an der Anleitung von Rüdiger vorgenommen: Ich wollte die Antenne gern mit einem BNC-Anschluss herstellen und musste dazu die Halterung der Buchse verändern, und ich habe im Baumarkt auf die Schnelle nur 20mm breite Aluschienen bekommen (diese dafür aber 2m lang), so dass ich die beiden äußeren Verbindungslöcher zwischen den einzelnen Elementen 10mm vom Rand entfernt angebracht habe. Nach einiger Zeit hatte ich alle Bauteile hergestellt. Das aufwendigste dabei war die Halterung für den BNC-Stecker, wie auf den Bildern zu sehen ist. Die Masse des BNC-Anschlusses wird über die vier Schrauben an den Rahmen angeschlossen, und die Seele ist in einem leicht untermaßigen Loch im entsprechenden Aluteil eingepresst:

Die Montage der Antennenteile ging dann recht schnell – alle Komponenten wurden miteinander verschraubt, wie in der Anleitung von Rüdiger beschrieben. Dabei habe ich den senkrechten Balken an der unteren rechten Ecke mit einigen Muttern auf einen etwas weiteren Abstand zum waagerechten Balken gebracht, damit sich die Antenne leichter zusammenfalten lässt. Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen dass sich durch meine Wahl von etwas breiteren Aluschienen der kleine, innere Rahmen nicht mehr zusammenfalten lässt – ich musste von einem der Streifen deshalb noch eine kleine Ecke absägen. Als das geschafft war, war die Antenne auch schon fertig:

Ich habe sie dann natürlich gleich ausprobieren müssen. Das SWR ist – ohne dass ich weitere Abgleichungen vorgenommen habe – bei ca. 1:1,5 und damit wesentlich besser als ich erwartet hätte. Die Antenne lässt sich dabei noch nachstellen, durch drei Kunststoffschrauben lässt sich der Abstand der beiden Platten der Luftkondensatoren in der Anpassungsbahn ganz unten verstellen. Dafür brauche ich aber erstmal ein vernünftiges SWR-Meßgerät.

Insgesamt muss ich sagen, da der Materialpreis für diese Antenne bei nur rund 10 Euro liegt und der Bau mit einfachen Werkzeugen innerhalb von einigen Stunden zu schaffen ist, ist dieses Projekt definitiv zu empfehlen. Dazu noch ist die Antenne gut resonant und zusammengelegt benötigt sie nicht viel Platz. Die Antenne sollte sich auch prima für Handfunkgeräte nutzen lassen. Je nach Aufhängung ist sie horizontal oder vertikal polarisiert, liegend könnte sie auch für Satellitenbetrieb genutzt werden.

Zu beachten ist allerdings, dass sie bei metallisierten Fenstern (neue, stark wärmeisolierende Fenster) sicherlich überhaupt nicht funktioniert. Es wäre dann aber denkbar, die Antenne außen am Fenster aufzuhängen und so die Metallisierung direkt als Reflektor mitzunutzen.

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